Angst

Angst Joujou pixelio.de

Ich habe Angst! Einfach nur große, große Angst! Ich weiß nicht, ob ich dem, was auf mich zukommt, gewachsen bin. Werde ich den Alltag allein schaffen? Wie lange werde ich ertragen, was mich jetzt schon fast in die Knie zwingt? Ich habe Angst, allein zu sein, aber auch, wenn ich unter Menschen bin, lässt sie mir keine Ruhe. Ich habe Angst vor jedem neuen Tag, vor jeder Nacht und noch viel mehr vor der Zukunft. Manchmal habe ich Angst und weiß gar nicht genau wovor.
 So lange du an meiner Seite warst, war die Welt für mich in Ordnung und ich habe mir all die Fragen um die Zukunft gar nicht gestellt. Du gabst mir Sicherheit und warst mein Fels in der Brandung. Du hast mich getröstet und mir jeden Anflug von Besorgnis sofort genommen. Und nun ist alles, was mir scheinbaren Halt gegeben hat, mit dir gegangen.

Die Angst ist so mächtig und vereinnahmend und hält mich in ihrem Würgegriff gefangen. Sie macht mich ruhelos, nimmt mir die Luft zum Atmen und sitzt wie eine Last auf meinen Schultern. Ich möchte sie abschütteln, möchte frei sein, wenigstens etwas leichter, doch es kommt mir vor, als wenn sie stetig mehr Besitz von mir ergreift. „Angst frisst Seele auf!“, habe ich einmal gehört. Jetzt weiß ich nur zu gut, was damit gemeint ist. Ich verändere mich unter der Angst mehr und mehr und erkenne mich manchmal selbst kaum wieder.

Angst in der Trauer

Wer mit dem Tod eines geliebten Menschen konfrontiert wird, erlebt ein sehr großes Gefühlschaos. Schmerz, Trauer, Hilflosigkeit, Ohnmacht und andere ungeliebte Gefühle bestimmen nun das Erleben. Eine der wohl am schwersten zu ertragenden Emotionen ist dabei die Angst. Sie schickt stetige Besorgnis und Fragen, für die sich noch keine beruhigenden Antworten finden lassen.

„Was soll nun werden?“
„Wie soll nun alles weitergehen?“
„Wie soll ich es allein schaffen?“
„Wie soll ich ohne dich leben?“

Es macht kaum einen Unterschied, ob es sich dabei um die Angst vor der Einsamkeit oder eine existenzielle Angst handelt. Das Gewicht wiegt gleich schwer. Selbst eine diffuse Angst, welche sich nicht einordnen lässt, ist stark belastend. Im Würgegriff der Angst ist es kaum möglich, einen klaren Gedanken zu fassen. Hoffnung ist nicht in Sicht, wenn die Angst Besitz ergreift. Angst kann lähmen, Angst engt ein, und dies ist sehr oft auch körperlich spürbar. Ein flaues Gefühl in der Magengegend, eine Enge in Brust oder Hals, auch Herzrasen, Zittern und Schweißausbrüche, bis hin zur Panik können Begleiterscheinungen der Angst sein. Die Angst kann schleichend kommen, als steter, unangenehmer Begleiter ständig präsent sein oder mit so großer Wucht hereinbrechen, dass das Gefühl entsteht, den Boden unter den Füßen zu verlieren…